Literaturliste Schriftklassifikation

Literaturliste zum Thema Schriftklassifikation

Zu manchen Titeln gibt es noch keine Beschreibung, das soll sie für das Thema »Schriftklassifikation« aber nicht weniger relevant erscheinen lassen.

Lewis Blackwell
Twentieth Century Type
Bangert Verlag
München 1992

Beschreibung der Schriftklassifikation der British Standard Association BS 2961 von 1966. Diese Klassifikation entspricht in großen Zügen die Vox/ATypI-Klassifikation, unterscheidet jedoch vier verschiedene Varianten der Grotesk-Schriften. Ein besonderer Nachteil der BS-Klassifikation ist dass die serifenlose Antiqua (Schriften wie Optima, Britannic und URW Imperial) der Humanist Sans zugeordnet werden. Auch wenn Optima mit dieser Gruppe verwandt ist – die dünneren Haarlinien tragen dazu bei, dass sie sich typografisch zu sehr anders verhält. Siehe Seite 232 bis 247.
(nicht in Muthesius-Bibliothek vorhanden)

 

Max Bollwage
Buchstabengeschichte(n): wie das Alphabet entstand und warum unsere Buchstaben so aussehen
Akademische Druck-und Verlagsanstalt
Graz, 2010
Siehe Kapitel »Druckschrift heute«, Seite 215 bis 220.
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden)

 

Robert Bringhurst
The elements of typographic style
Hartley & Marks,
Seattle 2015

Ein fantastisches Buch über Typografie. Das Kapitel über Schriftklassifikation ist, wenn ich es recht erinnere, eher als ideosyncratisch zu bezeichen.
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden)

 

Karen Cheng
Anatomie der Buchstaben – Basiswissen für Schriftgestalter
Hermann Schmidt
Mainz 2006
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden)

 

Stephen Coles
The Anatomy of Type: A Graphic Guide to 100 Typefaces
Harper Design, US
New York 2012
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden)

 

Bernd Holthusen, Albert-Jan Pool
Scangraphic Digital Type Collection, Edition 4
Mannesmann Scangraphic
Wedel 1990

Band 1 enthält ein Kapitel über Schriftklassifikation (nach Noordzij, DIN 16518, British Standard 2961 und ATypI / Maximilien Vox). Für den Einsteiger mag die vielen Schriftklassifikationen verwirrend sein. In diesem Kapitel wird gezeigt, dass sie sich im Wesentlichen sehr ähneln. Sie folgen mehr oder weniger die gleichen Einteilungen, es sind vor allem die Begriffe und die mal weiter, mal enger definierte Kriterien nachdem die Schriften eingeteilt werden, die den Unterschied ausmachen.
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden)

 

Indra Kupferschmid
Buchstaben kommen selten allein – Ein typografisches Handbuch
Niggli Verlag
Sulgen 2009

Schriftklassifikation nach Formprinzip, basierend auf die Ideen von Gerrit Noordzij. Indra Kupferschmid ergänzt die Matrix im Wesentlichen um Module die nicht nur die Groteskschriften einteilt (ähnlich der BS 2961) aber auch die serifenlosen Antiqua und die Schreibschriften sinnvoll einordnet. Serifenlose Schriften mit geometrischen Charakter bekommen eine eigene Reihe. Siehe Seite 30 bis 44.
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden)

 

Gerrit Noordzij
The Stroke – theory of writing
Hyphen Press
London 2005

Wer nur nach dem Titel geht, könnte denken, dass es sich bei diesem Buch nicht um Druckschriften handelt, geschweige um Schriftklassifikation. Für Gerrit Noordzij kommt aber Schrift vom Schreiben, und damit liegt er nicht nur aus rein historischer Sicht richtig. Noordzij legt dar, dass nicht nur die Schrift als solches, aber auch ihre grundlegende Formen vom Schreiben stammen. Es sind Schreibwerkzeuge wie der Flachpinsel, die Breitfeder und die Spitzfeder welche die Formen unserer Schriften bis heute prägen. Aus diesen ergeben sich Modelle, die die für das Lesen relevanten Schriften umfassen und beschreiben. Am bekanntesten ist das typografische Universum, sie beinhaltet die Schriften von der Renaissance (Breitfeder) bis zum Klassizismus (Spitzfeder) und die von ihr abgeleitete Groteskschriften wie die humanistische bzw. dynamische Grotesk und die moderne bzw. statische Grotesk. Ein weiteres Modell umfasst die grundlegende Schreibweisen. Noordzij unterscheidet prinzipiell zwischen eine unterbrochene  bzw. stehende und eine durchgehende bzw. laufende Schreibweise. Die unterbrochene Schreibweise is kennzeichnend für die Antiqua, die durchgehende für die Kursive. Auch die gebrochene Schriften lassen sich mit diesen Modell beschreiben. Die Textura basiert auf eine unterbrochene Schreibweise, die Fraktur findet seinen Ursprung in eine durchgehende. Noordzij zeigt, dass die meisten anderen Schriftsysteme, darunter auch Chinesisch, die gleichen Schreibweisen kennen. Hiermit wird klar, dass ein Untertitel wie »theory of latin script« dem Inhalt nicht gerecht sein könnte; »theory of writing« – das stimmt schon.
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden)

 

Sauthoff, Wendt, Willberg
Schriften erkennen
eine Typologie der Satzschriften für Grafiker, Setzer, Kunsterzieher und alle PC-User
Hermann Schmidt
Mainz 1996

Endlich eine Beschreibung der Schriftklassifikation nach DIN 16518 die, da wo es angebracht ist, der inzwischen veraltete Norm in Frage stellt und um die Erkenntnisse von Gerrit Noordzij ergänzt. Schriften erkennen war die erste deutsche Publikation zum Thema Schriftklassifikation worin Modelle von Noordzij (eine Vorversion des typografischen Universums) genutzt wurden um zwischen verschiedene Arten der Grotesk-Schriften unterscheiden zu können.
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden, mehrere Editionen!)

 

Erich Schulz-Anker
Formanalyse und Dokumentation einer serifenlosen Linearschrift auf neuer Basis: Syntax-Antiqua
Die Syntax war seiner Zeit die erste humanistische Grotesk die nach der Gill Sans gestaltet wurde. Auf der Grundlage der Arbeiten von Hans-Eduard Meier, Gestalter der Syntax, beschreibt Schulz-Anker die grundlegende Unterschiede zu den damals gängigen Grotesk-Schriften wie Helvetica und Univers. Hierbei introduziert er die Bezeichnung »statisch« für die klassizistische Variante und »dynamisch« für die auf der Renaissance-Antiqua basierende serifenlosen Schriften. Die zwei wichtigsten Illustrationen finden sich hier
D. Stempel AG
Frankfurt 1969

 

Hans Peter Willberg
Wegweiser Schrift – Erste Hilfe im Umgang mit Schriften – was passt – was hilft – was stört
Hermann Schmidt
Mainz 2001

Dieses Buch ist geht weniger ausführlich auf das Thema Schriftklassifikation ein als Schriften erkennen. Dafür ist das Modell wesentlich ausgereifter und Willbergs Vorschlag für eine neue Schriftklassifikation wird hierin viel besser visualisiert. Die Vorschläge von Bollwage und Kupferschmid sind ähnlich. Insgesamt sind diese drei Vorschläge im täglichen Gebrauch praktikabler als die die sogenannte Beinert-Matrix. Auch die Beschreibungen sind verständlicher und klarer ausformuliert. 
Hermann Schmidt
Mainz 2001
(in Muthesius-Bibliothek vorhanden, mehrere Exemplare!)

01.10.2016 Schreibe einen Kommentar

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Kommunikationsdesign

Ziel des Studiums ist die Qualifizierung von Designerinnen und Designern für die Aufgabenfelder der Visuellen Kommunikation in der modernen Gesellschaft. Dabei spannt sich der Bogen der Ausbildung an einer Kunsthochschule zwischen »freier« ästhetischer Innovation und »harter« Praxis gesellschaftlicher Kommunikation in Wirtschaft und Kultur. Die Ausbildung im Kommunikationsdesign umfasst neben dem Erwerb technischer und gestalterischer Fähigkeiten in den klassischen Bereichen der Printmedien, des Ausstellungsdesigns und der Fotografie auch den Umgang mit digitalen Medien in allen Bereichen. Die praktische Arbeit wird ergänzt durch die systematische Ausbildung in begleitenden Theoriefächern zur Kunst- und Designgeschichte, Kunstsoziologie und Wahrnehmungspsychologie, Marketing und allgemeiner Ästhetik. Hinzu kommt die Ausbildung im Umgang mit künstlerischer und praktischer Sprache im Bereich der verbalen Kommunikation.

Ziel des Studiums ist zudem, in einer immer komplexeren und dynamischeren Welt des Kommunikationsdesigns, ihr durch eine gleichermaßen künstlerisch-innovative, handwerklich-technisch anspruchsvolle und berufspraktische Ausbildung gerecht zu werden.
Die zunehmend größere Bedeutung visueller Kommunikation in der modernen Gesellschaft erfordert schließlich, dass überkommene Traditionen des Fachs einer permanenten kritischen Reflexion unterzogen werden ; d. h. die neuen Berufsbilder im Design erfordern eine gleichermaßen intuitiv-gestalterische wie distanziert reflektierende gestalterische Praxis, die im Studium in Seminaren, Übungen, Projekten und Praktika innerhalb und außerhalb der Kunsthochschule erlernt werden soll.

Mit dieser Zielsetzung und einem entsprechenden Ausbildungsprogramm bietet der Studiengang Kommunikationsdesign die Basis für das spätere Wirken im Beruf.

Lehrende

PROF. OSWALD EGGER
Sprache und Gestalt

PROF. ANDRÉ HEERS
Kommunikationsdesign / Typografie und Gestaltung

PROF. PETER HENDRICKS
Fotografie

PROF. MARKUS HUBER
Illustration

PROF. SILKE JUCHTER
Konzeption und Entwurf

PROF. WOLFGANG SASSE
Strategische Kommunikation / Verbale Gestaltung

PROF. ANNETTE E. leFORT
Kommuniktionsdesign / Typografie und Buchgestaltung

Die Lehrgebiete Interaktive Medien bei PROF. TOM DUSCHER und Film/Time-based Media bei  PROF. STEPHAN SACHS sind interdisziplinär und dem Zentrum für Medien zugeordnet. Beide Lehrgebiete bieten einen Masterschwerpunkt an.

Abschlüsse

Bachelor of Arts (B. A.)
Master of Arts (M. A.) in den Schwerpunkten :
Editorial Design/Typografie
Editorial Design/Fotografie
Interaktives Informationsdesign
Konzeption & Entwurf/Strategische Kommunikation
Illustration
Sprache und Gestalt

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